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Kraftstoff ist nicht gleich Kraftstoff: Warum moderne Motoren an ihren eigenen Abgasen „ersticken“


Wer an die Tankstelle fährt, verlässt sich auf die deutsche Industrienorm. Doch für den Werterhalt eines modernen Motors ist die DIN-Norm oft nur das absolute Minimum. Warum das so ist, liegt nicht nur an der Chemie des Kraftstoffs, sondern auch an der technischen Sackgasse, in die uns die Politik und moderne Abgasvorschriften manövriert haben.

Der Eco-Paradoxon: Sauberere Abgase, schmutzigere Motoren

Politisch motivierte Abgasvorschriften haben die Automobilhersteller zu technischen Lösungen gezwungen, die die Selbstverschmutzung der Motoren massiv beschleunigen. Um die strengen Stickoxid-Grenzwerte NOx) einzuhalten, kommen extrem hohe Abgasrückführungsraten (AGR) zum Einsatz.

Dabei wird ein Teil des verbrannten Abgases zurück in den Ansaugtrakt geleitet. In Kombination mit Ölnebel aus der Kurbelgehäuseentlüftung entsteht eine klebrige Masse, die sich wie Schlamm auf die Bauteile legt. Gleichzeitig sorgen immer effizientere Verbrennungsprozesse mit extrem hohen Drücken und Temperaturen dafür, dass diese Rückstände regelrecht „einbacken“.

Die Verkokungsneigung steigt dadurch exponentiell an.


Das Problem der Direkteinspritzer: Kein „Reinigungseffekt“ mehr

Früher, bei der klassischen Saugrohreinspritzung, umspülte der Kraftstoff mitsamt seinen Reinigungs-Additiven die Einlassventile. Diese wurden bei jedem Takt „saubergewaschen“.

Bei modernen Direkteinspritzern (GDI) spritzt die Düse den Kraftstoff direkt in den Brennraum.

  • Die Folge: Die Einlassventile sehen nie einen Tropfen Kraftstoff oder Standard-Reiniger.

  • Das Ergebnis: Die rückgeführten Abgase und Ölnebel verkoken die Ventile ungehindert, bis der Motor keine Luft mehr bekommt.


Spezialchemie: Reinigung in der Dampfphase

Da der flüssige Kraftstoff die kritischen Stellen nicht mehr erreicht, stoßen herkömmliche Additive an ihre Grenzen. Wir benötigen heute eine völlig neue Generation von Wirkstoffen:


  1. Hitzestabilität: Die Additive müssen die extremen Temperaturen im Brennraum überstehen, ohne wirkungslos zu verbrennen.

  2. Die Dampfphase: Moderne Hochleistungs-Additive müssen so konzipiert sein, dass sie teilweise gasförmig werden oder über die Abgasrückführungsgase wirken können. Nur so erreichen die reinigenden Moleküle im „Rückwärtsgang“ die verkokten Ventile und den gesamten Ansaugtrakt.

  3. Spezialadditive: Diese speziellen Wirkstoffe sind in der Lage, auch im dampfförmigen Zustand hartnäckigste Ablagerungen zu unterwandern und aufzuspalten.


Fazit der BeDi-Akademie

Moderne Motoren sind aufgrund der Abgasgesetzgebung technisch darauf angewiesen, dass man ihnen hilft. Die „Selbstheilungskräfte“ durch Standard-Kraftstoffe existieren bei Direkteinspritzern und hohen AGR-Raten praktisch nicht mehr.

Verlassen Sie sich nicht darauf, dass der Kraftstoff an der Zapfsäule alles regelt. Er sorgt dafür, dass der Motor läuft – aber unsere spezialisierte Chemie sorgt dafür, dass er nicht an seinen eigenen Abgasen erstickt.

Ein gezielter Einsatz von Additiven, die auch in der Dampfphase wirken, ist heute kein Luxus mehr, sondern eine technische Notwendigkeit für den Langzeitbetrieb.

 
 
 

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