HVO 100 gegenüber mineralischem Diesel
HVO 100 im Diesel: Saubere Sache mit Tücken – Worauf du beim Umstieg achten solltest
Der neue Kraftstoff HVO 100 ist aktuell in aller Munde. Er wird aus pflanzlichen Reststoffen sowie Abfällen hergestellt, ist fossilfrei und sorgt für spürbar sauberere Abgase. Klingt nach der perfekten Lösung für deinen Diesel – und das ist er grundsätzlich auch!
Wer allerdings einfach ohne Vorbereitung von klassischem Tankstellendiesel auf HVO 100 umsteigt, kann eine böse Überraschung bei den Dichtungen erleben. Warum das so ist und wie du deinen Motor ideal auf den Wechsel vorbereitest, erklären wir dir hier.
Das Problem mit den Dichtungen: Warum es plötzlich tropfen kann
Klassischer Mineralöldiesel enthält sogenannte Aromaten (etwa 15 bis 25 %). Diese Stoffe sorgen dafür, dass Gummi- und Elastomerdichtungen im Kraftstoffsystem über die Jahre leicht aufquellen und schön stramm sitzen.
HVO 100 hingegen ist ein reiner, paraffinischer Kraftstoff und enthält praktisch keine Aromaten.
Wenn du jetzt auf HVO umsteigst, fehlt den Dichtungen schlagartig der Stoff, der sie bisher leicht aufgequollen gehalten hat. Die Folge: Ältere Dichtungen ziehen sich leicht zusammen. Vor allem an Einspritzpumpen, Leckölleitungen oder Kraftstoffverbindungen können dann feine Leckagen entstehen.
Keine Sorge: HVO „frisst“ oder zersetzt deine Dichtungen nicht. Sie schrumpfen lediglich wieder auf ihr normales Maß zurück. Bei neueren Fahrzeugen tritt dieser Effekt in der Regel gar nicht auf.
Die richtige Vorbereitung: So klappt der Umstieg ohne Frust
Wenn du dein Auto jahrelang mit normalem Diesel gefahren bist, haben sich unvermeidbar Ablagerungen im Tank und im System gebildet. Bevor du das erste Mal HVO 100 tankst, solltest du das System gründlich reinigen, damit alter Dreck nicht die Injektoren belastet:
Reiniger einfüllen & auftanken: Fahre den Tank relativ leer, fülle eine Dose BeDi® Tank Diesel 400 und eine Dose BeDi® Rußabbrandbeschleuniger hinein und tanke auf einen Kraftstofffüllstand von 40 Litern auf.
Tank leer fahren: Den Tank wie gewohnt leer fahren. Die Kombination löst Verkokungen an den Injektoren, reinigt die Leitungen und sorgt im Brennraum für saubere Verhältnisse.
Kraftstofffilter tauschen: Der Reiniger löst die alten Ablagerungen. Damit dieser Dreck nicht im System wandert, lass direkt nach dieser Tankfüllung den Kraftstofffilter wechseln.
HVO 100 tanken: Jetzt ist dein System sauber und du kannst entspannt HVO 100 tanken.
Ruhigerer Motorlauf & weniger Ruß – trotz kleiner Abstriche bei der Dichte
Bringt HVO 100 eigentlich Nachteile beim Fahren? Überhaupt nicht:
Extrem hohe Zündwilligkeit: HVO hat eine Cetanzahl von 70 bis 80 (normaler Diesel liegt bei mind. 51). Dein Motor springt besser an, läuft spürbar ruhiger und das typische Diesel-Nageln nimmt deutlich ab.
Saubere Verbrennung: Weil Schwefel und Aromaten fehlen, entsteht kaum noch Ruß. Das entlastet deinen Partikelfilter (DPF) und das AGR-Ventil enorm.
Geringere Energiedichte: HVO hat pro Liter minimal weniger Energie als normaler Diesel. Das merkst du im Alltag aber kaum, weil die höhere Zündwilligkeit und die saubere Verbrennung das wieder ausgleichen.
Unser Fazit
HVO 100 ist eine super Sache für dein Auto und die Umwelt. Wenn du deinem Diesel vor dem Wechsel eine Kur mit BeDi® Tank Diesel 400 und dem BeDi® Rußabbrandbeschleuniger spendierst und danach den Filter wechselst, gehst du auf Nummer sicher. Wirf in den ersten Wochen nach dem Umstieg einfach ab und zu einen Blick unter die Haube, ob alle alten Dichtungen trocken bleiben!
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